In mittlerweile guter Tradition ermöglichen wir das gemeinsame Einbrauen eines kommerziellen Sudes auf Basis vom Gewinner-Rezept unseres Hobbybrauerwettbewerbs. Bei der Rhein-Main Meisterschaft 2025 wurde der Bierstil „Wiener Lager“ gefordert und wir konnten für dieses Projekt wieder die Felwila Brauerei mit ihrem Braumeister Christian Depré gewinnen. Christian hat Hobbybrauer-Wurzeln mit der BSG und damit war der Sud ein echtes „Heimspiel“.

Die Felwila Brauerei in Bad Vilbel entstand im Jahr 2020 aus einer spontanen Idee von Bernd Kaffenberger, dem Betreiber eines örtlichen Getränkemarktes. Während des Umbaus seines Marktes stellte er fest, dass noch Platz für eine kleine Brauanlage vorhanden war – aus dem scherzhaften Vorschlag, dort doch einfach selbst Bier zu brauen, wurde schließlich ein konkretes Projekt. So entstand die erste Brauerei direkt in einem Getränkemarkt, deren Sudkessel hinter einer Glaswand stehen und für Kundinnen und Kunden sichtbar sind. Der Name „Felwila“ verweist auf die älteste bekannte urkundliche Erwähnung Bad Vilbels aus dem Jahr 774. Die Brauerei versteht sich als lokal verwurzeltes Projekt, das handwerklich gebraute Biere nach dem deutschen Reinheitsgebot herstellt und dabei bewusst die Verbindung zur Geschichte und Identität der Stadt betont.

In Vorbereitung auf den Brautag musste das Rezept unter die Lupe genommen werden, um eine entsprechende Anpassung auf die Anlage vorzunehmen. Die Schüttung und Hopfensorten stellten kein Problem dar, lediglich Lieferanten wurden gemäß der üblichen Lieferkette bei Felwila angepasst. Für die weiteren Prozessschritte ist allerdings etwas Erfahrung mit dem 5hl Brewiks Sudhaus notwendig. Eine Dekoktion, wie im Originalrezept, ist hier leider nicht möglich, aber über die Parametrisierung wurden Zeiten/Temperaturen so angepasst, dass der Charakter des Bieres erreicht werden sollte. Weiterhin wurde die Originalhefe (Imperial L26 Pilgrimage) gegen eine besser verfügbare, frische W34/70 ausgetauscht.

Am 24.2.26 haben wir uns morgens bei Felwila eingefunden – Braumeister Christian, Sieger Ivo und Zweitplatzierter Heiko. Dominik (Drittplatzierter) wollte eigentlich auch dazu kommen, musste aber leider kurzfristig absagen. Das Schroten konnte bereits am Vortag vorbereitet werden und das weiter Fördern vom Malz in den Maischekessel erfolgt über eine Schneckenspirale ganz ohne Mühe. Einmal eingemaischt sind auch kaum manuelle Schritte notwendig, da das Programm von der Steuerung abgefahren wird.

Das Läutern erfolgt nach Umpumpen im zweiten Kessel mit einem klassischen Läuterboden. Mit einer Läuterruhe, und dem üblichen Bierchen zur Verkürzung der Wartezeit, kam die schöne Vorderwürze zum Vorschein. Tolle Farbe – so wie geplant! Mit kontinuierlichem Nachguss und einmaligem Aufhacken wurde eine gute Extraktmenge erreicht, die tendenziell Spielraum zum Verdünnen anzeigte. Nun wurden noch Hopfengaben vorbereitet und die Pfanne zum Kochen hochgeheizt.

Das war der Zeitpunkt für etwas mehr Körpereinsatz. Ivo musste Austrebern und den Läuterbottich reinigen, während Heiko das Abfüllen einer Charge „Helle Freude“ in Flaschen übernommen hat. Christian konnte parallel unseren Gärtank „Gärda“ reinigen und vorbereiten.

Nach dem Kochen mit restlichen Hopfengaben wurde die Würze beim Transfer in den Gärtank über einen Rohrwärmetauscher heruntergekühlt. Die letzten Grad für die kalte Anstelltemperatur von 8,5°C mussten allerdings im Gärtank herausgeholt werden. Nach der Reinigung des Sudhauses durfte als letztes Puzzlestück die W34/70 ihre Arbeit aufnehmen.

Wir hatten einen schönen Brautag mit diversen leckeren Bierchen und sind total gespannt auf das Ergebnis! Sobald das Bier im laden Verfügbar ist geben wir natürlich Bescheid. Danke an Christian, dass wir diesen Collab-Sud wieder bei Felwila umsetzen konnten!

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