Auch in diesem Jahr ging der Hobbybrauerwettbewerb der Brausportgruppe Rhein-Main in eine neue Runde – mittlerweile in die sechste. Als Stil haben wir uns – nach dem New England IPA aus dem Vorjahr – für einen ebenso klassischen wie anspruchsvollen Vertreter entschieden: Das Wiener Lager.
Ein Bierstil mit Geschichte: Mitte des 19. Jahrhunderts in Wien entwickelt, bernsteinfarben, elegant malzig, mit moderater Bittere und trockenem Abgang – und alles andere als trivial zu brauen.
Dazu gab es ein umfassendes Make-Over des Wettbewerbs: Neuer Titel, neue Struktur, neue Tools.
Die Öffnung des Wettbewerbs für die gesamte Hobbybrauerszene liegt bereits einige Jahre zurück. Zusammen mit der erstmals vollständig nach BJCP-Regularien durchgeführten Auflage im vergangenen Jahr war dies der nächste große Entwicklungsschritt. Ab 2025 lobt die BSG nun offiziell die Rhein-Main-Meisterschaft der Hobbybrauer aus. Und mit dem neuen Namen sollte auch die Organisation endgültig aus den Kinderschuhen herauswachsen. Wo bislang eine bunte Mischung aus Excel-Tabellen, Google-Formularen, Papierbögen und viel Handarbeit regierte, brauchte es jetzt eine moderne und durchgängige Lösung.
Fündig wurden wir bei der Beerawardsplatform (https://beerawardsplatform.com) – einer vollständig integrierten Wettbewerbsplattform mit Anmeldeverfahren und Teilnehmerverwaltung, individueller Wettbewerbswebsite, Probenverwaltung und einem voll digitalen Judging, das perfekt zu den BJCP-Regularien passt. Zugegeben: Vor dem ersten Durchlauf hatten wir gehörigen Respekt. Im Nachhinein können wir allerdings ein rundum positives Fazit ziehen und waren überrascht, wie reibungslos und entspannt der Ablauf funktionierte.

Teilnehmer & Judges
Für die diesjährige Meisterschaft konnten wir 32 Hobbybrauerinnen und Hobbybrauer aufnehmen. Die Nachfrage war groß: Nach rund anderthalb Wochen waren alle Tickets vergriffen. Zur Verkostung kamen schließlich knapp 30 Wiener Lager, die eingegangen waren.
Nicht nur im Glas, auch bei den Namen ihrer Wiener-Lager-Interpretationen ließen die Teilnehmenden ihrer Kreativität freien Lauf.
Auch beim Judge-Panel konnten wir 2025 die Messlatte erneut ein gutes Stück höher legen. Zwölf erfahrene Judges, Sommeliers und Sommelièren aus dem gesamten Bundesgebiet stellten ihre Expertise zur Verfügung. In ihren Judging-Lebensläufen finden sich u. a. Wettbewerbe wie die Frankfurt Trophy, die London International Beer Challenge, die Lyon International Trophy oder die italienische Birra dell’Anno.
Was auf den ersten Blick wie ein Traumjob wirkt, verlangt in der Praxis viel sensorische Schulung, Erfahrung und ein tiefes Verständnis für Brauprozesse. Bewertet wurden Stiltreue, Aussehen, Aroma, Geschmack, Mundgefühl und Gesamteindruck – streng nach BJCP-Kriterien.

Verkostung & Finale
Aus drei Vorrunden-Sessions schafften es schließlich vier Biere im Best of Show an den Final Table. Dort wurden sie erneut – komplett anonymisiert – von den drei erfahrensten Judges verkostet.
Nach intensivem Sehen, Riechen und Schmecken, ergab sich wie erwartet ein extrem enges Kopf-an-Kopf-Rennen. Am Ende entschieden feine Nuancen – und eben das gewisse Momentum.
Besonders gefreut hat uns, dass Platz eins und zwei erneut im Verein bleiben konnten – ein starkes Signal für die Qualität der Biere unserer Mitglieder. Die vollständige Pseudonymisierung im Verkostungsprozess sorgte dabei für maximale Neutralität.

Siegerehrung
Nach mehreren Wochen des Wartens konnten wir am 12. Dezember im Rahmen unserer Weihnachtsfeier im Vereinsheim in Wiesbaden-Biebrich endlich den Spannungsbogen lösen und die Gewinner ehren. Die Podestplätze gingen wie folgt an:
1. Platz: Ivo Nawrath
2. Platz: Heiko Müller
3. Platz: Dominik Erlebach
Siehe auch: https://beerawardsplatform.com/rhein-main-meisterschaft-2025/results

Das Siegerbier – beziehungsweise aller Voraussicht nach ein gemeinsamer „Wiener Lager Kollaborationssud“ der drei Bestplatzierten – wird diesem Jahr in der Felwila Brauerei in Bad Vilbel entstehen.
Ein großer Dank geht an unsere Judges, die Wettbewerbsorganisation sowie alle Stewards und helfenden Hände, die für einen reibungslosen Ablauf gesorgt haben. Merci an Euch!
Ebenso danken wir ausdrücklich unseren Sponsoren Pfalzmalz, Hopfen der Welt, braumischung.de und Taunusbrauer, die mit großzügigen Sachspenden zur Aufwertung der Preise beigetragen haben.
Wer nun das Gewinnerbier nachbrauen möchte, findet das Rezept bei „Maische, Malz & Mehr“.
Ausblick 2026
Mit Blick nach vorne und frei nach Sepp Herberger: „Nach dem Bier ist vor dem Bier.“ und „Der nächste Hobbybrauerwettbewerb ist immer der schwerste.“ geht es auch 2026 wieder in die nächste Runde der Rhein-Main-Meisterschaft der Hobbybrauer.
Den neuen Bierstil geben wir im Frühjahr auf unseren Kanälen bekannt – also: stay tuned!
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